Nach dem Schweizer Lesefest gibt es beim Ulmer Lyriksommer eine weitere Veranstaltung mit internationalen Autorinnen und Autoren, dieses Mal aus Bosnien-Herzegowina und Österreich. Zugleich ist diese Doppellesung eine von zwei kooperativen Veranstaltungen von Dichter dran e.V. mit dem Internationalen Donaufest Ulm / Neu-Ulm.
Dichter dran e.V. und der Ulmer Lyriksommer präsentieren in Kooperation mit dem Internationalen Donaufest Ulm / Neu-Ulm:
Wovon wir reden, wenn wir von Flüssen reden
Ulmer Lyriksommer trifft auf Internationales Donaufest
Lesungen und Gespräch mit Franziska Füchsl (Österreich) & Faruk Šehić (Bosnien und Herzegowina)
Flüsse spielen im Werk der österreichischen Schriftstellerin Franziska Füchsl ebenso wie in den Texten des bosnischen Autors Faruk Šehić eine besondere Rolle und gehören zu den zentralen Motiven ihres Schreibens. Sowohl der Fluss Müh, dem Füchsls neues Buch gewidmet ist, sowie die Una aus Šehićs kürzlich ins Deutsche übersetztem Roman sind Nebenflüsse der Donau – der thematischen Leitachse des Internationalen Donaufests Ulm/Neu-Ulm. Zugleich ist die Prosa beider AutorInnen stark von lyrischen Formen geprägt, weshalb sie auch Gäste des Ulmer Lyriksommers sind. Šehić wird daher nicht nur aus seinem Prosawerk lesen, sondern auch seinen Gedichtband »Meine Flüsse« vorstellen.



Dem Publikum werden sich Füchsl und Šehić zunächst in getrennten Lesungen vorstellen, gefolgt von einem Gespräch unter der Moderation von Florian L. Arnold und Udo Eberl — Kulturakteure, die am Ulmer bzw. Neu-Ulmer Abschnitt des langen Donauufers leben und arbeiten. Die Rezitation der deutschen Übersetzungen von Faruk Šehićs Texten übernimmt Dr. Christian Katzschmann (Theater Ulm).
»Mit verspieltem Gestus verwebt Füchsl Geologie und Geschichte. Ihr Text tastet sich an die Ränder des Sagbaren – dorthin, wo Flüsse sich verlieren und das Heimatliche in Metonymien zerfällt.« (Jury des Nature Writing Award, 2025)
»Aufgewachsen in einer Region, durch die der Fluss Una fließt, kämpfte Faruk Šehić ab 1992 als Soldat im Bosnienkrieg. Sein Alter Ego und Protagonist des Romans erzählt in drastischen Worten von der Brutalität des Krieges und stellt seinen traumatischen Erinnerungen mit dem Bild der gleichgültig dahinfließenden Una die Wucht und Schönheit der Natur gegenüber.« (Sabine Tholund)

Faruk Šehić (*1970) ist Schriftsteller und Journalist. Sein literarisches Schaffen umfasst Lyrik, Prosa und Essays. Für seinen in 17 Ländern veröffentlichten Roman »Knjiga o Uni« (dt. »Von der Una«) wurde er 2011 mit dem Meša Selimović-Preis sowie 2013 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet. Šehić schreibt regelmäßig für die Zeitung »Oslobođenje« und lebt derzeit in Sarajevo.
Bücher auf Deutsch: »Abzeichen aus Fleisch«, Lyrik (übersetzt von H. Stojić) (Edition Korrespondenzen, 2011); »Uhrwerksgeschichten« (übersetzt von E. Veselinović) (Mimesis Verlag, 2020); »Meine Flüsse«, Lyrik (übersetzt von R. Zeinzinger) (Parasitenpresse, 2024); »Von der Una«, Roman (übersetzt von E. Veselinović), (Voland & Quist, 2025)
Bild links: Faruk Sehic (Foto Dženat Dreković)

Franziska Füchsl (*1991 in Putzleinsdorf) lebt in Wien und Kiel. Sie studierte Deutschen Philologie und Anglistik an der Universität Wien sowie Sprache und Gestaltung an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Im Versatorium, einem Verein für Gedichte und Übersetzen, betreut Füchsl den Druckraum Jahoda rund um die Druckerpresse Korrex Stuttgart. Seit 2025 ist Füchsl Mitherausgeberin von »Triëdere – Zeitschrift für Theorie und Literatur«. 2024 erhielt sie den Förderpreis für Literatur der Stadt Wien und in 2025 den Deutschen Preis für Nature Writing.
Bücher: »Tagwan (2020, Ritter Verlag)«, »Die Straßen sind sichtbar« (2023, Ritter Verlag), »Am Rander der Müh« (2026, Ed. Thanhäuser).
Bild links: Franziska Füchsl (Foto Gregor Pirgie)
EINTRITT frei. Die Veranstaltung wird von Dichter dran e.V. in Kooperation mit dem Internationalen Donaufest organisiert. Sie wird u.a. von der Baden-Württemberg-Stiftung im Rahmen des Literatursommers 2026 sowie von der Stadt Ulm gefördert. Die Doppellesung findet am 4. Juli 2026 ab 19:30 Uhr im Stadthaus Ulm (Münsterplatz 50, 89073 Ulm) statt.









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