In seiner Lyriksommer-Lesung am 24. Juli 2026 gibt Björn Hayer Einblicke in seinen neuen vielschichtigen Gedichtband »Das Haus«, der sich den großen und kleinen Fragen unserer Zeit nähert.
Dichter dran e.V. präsentiert in Kooperation mit der vh Ulm
»Wo der Staub Licht wird«
Lesung & Gespräch mit Prof. Dr. Björn Hayer
Freitag, 24. Juli 2026 | 19:30 Uhr | Einsteinhaus Ulm, Club Orange
„Ob wir uns je wiedersehen?“ – diese Frage steht im Zentrum von Björn Hayers neuem Gedichtband »Das Haus«. In poetischen Miniaturen, die zwischen Essay und Poem changieren, erkundet Hayer, der auch als Literaturwissenschaftler und -kritiker tätig ist, auf engstem Raum Erinnerungen an einen geliebten Menschen, der verschwunden ist und doch gegenwärtig bleibt. Die Sprache wird zum Sehnsuchtsort, das titelgebende Haus zum Resonanzraum von Verlust, Nähe und fortdauernder Präsenz. Hayers Texte kreisen um Trauer und Trost, um Abschied und Neubeginn, um Erinnern und Verzeihen. Mythologische Figuren wie Orpheus und Dante treten ebenso auf wie Kindheitsbilder, die in die Vergangenheit zurückführen, um eine mögliche Zukunft zu entwerfen. Immer wieder behandelt seine Dichtung den Versuch, mit sprachlicher Kraft die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits zu überschreiten.
Björn Hayer leitet am Nachmittag des 24. Juli 2026 von 14 – 17 Uhr auch den Lyrikworkshop »Das Haus«.
Zum Gedichtband »Das Haus«:

Auf den ersten Blick stellt ein Haus keine poetische Figur dar. Es befindet sich auf festem Grund, ist unverrückbar. Seine Wände bieten eine größtmögliche Abschottung vor der Außenwelt. Wer will, kann darin sitzen und in gänzlicher Isolation bleiben. Allenfalls dient es noch als binäres Schema. Man besitzt es oder eben nicht. „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“, schreibt Rilke in seinem „Herbstgedicht“. Ein Vers, der absoluter, entschlossener nicht klingen könnte. Kein Haus zu haben, bedeutet hier einsam dem nahenden Winter ausgesetzt zu sein. Ein Haus besteht oder eben nicht. Anders als ein Poem, dem doch immer eine Entwicklung innewohnt. Es verändert sich mit der Zeit, kennt weder Grenzen noch Statik. Haus und Lyrik bilden somit ein ungleiches Paar. Eigentlich passt nichts zusammen …
Quelle: Das Haus – Björn Hayer – APHAIA Verlag (Auszug aus dem Nachwort des Autors)
Zum Autor:

Prof. Dr. Björn Hayer (*1987 in Mannheim) arbeitet an der Universität Koblenz-Landau als Literaturwissenschaftler. Daneben ist er als Essayist sowie Literatur- und Theaterkritiker tätig. Er schreibt unter anderem für die Frankfurter Rundschau, Der Freitag, Zeit Online, NZZ, Die Presse, Cicero und Berliner Zeitung. Ebenso ist er regelmäßig in den Sendern DLF Kultur und WDR 5 zu hören.
Nachdem er mit einer Arbeit über die digitalen Medien in der Gegenwartsliteratur promoviert hatte, habilitierte er sich mit einer Studie zu utopischen Implikationen in der Lyrik von Friedrich Hölderlin, Rainer Maria Rilke, Paul Celan und deutschsprachigen GegenwartsdichterInnen.
Foto links: Björn Hayer (Copyright: Eva Korn)
Eintritt frei! Die Lesung mit Björn Hayer wird von der Stadt Ulm und der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Literatursommers 2026 gefördert. Sie wird von Dichter dran e.V. in Kooperation mit der vh Ulm organisiert.







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