Nach der tollen Eröffnungsveranstaltung mit Ursual Krechel und der gefeierten Rilke-Performance mit dem Schauspiel Stuttgart geht es bereits am Freitag, dem 19. Juni 2026, mit einem hochkarätigen Schweizer Lesefest weiter mit dem Ulmer Lyriksommer.
Über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus richten wir den Blick auf eines unserer Nachbarländer: wir stellen zwei sprachmächtige Autorinnen der Schweizer Literaturszene — Regina Dürig und Ilma Rakusa — vor und laden das Publikum ein, deren Wortwelten zu ergründen. Letztere sind nicht nur spannend und faszinierend, sondern zeigen auch, welche Dimensionen das Instrument Sprache besitzt.
Durch Generationen getrennt sind die beiden Autorinnen durch ihre Leidenschaft für die Literatur fest verbunden. Die Züricherin Ilma Rakusa wird aus ihrem neuen Buch »Wo bleibt das Licht«, Tagebuchprosa (Droschl, 2025) lesen und neue Gedichte vorstellen. Regina Dürig aus Biel präsentiert ihren neuen Erzählband »Frauen und Steine« (Droschl, 2025). Im Gespräch geht es um literarische Einflüsse, Schreibprozesse und die Sicht der beiden auf die Welt. Zwei Autorinnen – ein Dialog zwischen Erfahrung und Aufbruch, zwischen bewährter Meisterschaft und frischem Blick. Ein toller Lyrikabend ist garantiert.
Freuen Sie sich mit Dichter dran e.V. auf zwei herausragenden Schweizer Stimmen. Das Lesefest wird von Christine Langer moderiert und von Michael Stadler am Flügel musikalisch umrahmt.
Die Autorinnen lesen u.a. aus folgenden beiden Büchern:
»Wo bleibt das Licht« – eine passendere Frage könnte man in diesen Zeiten wohl kaum in den Raum werfen.
Dunkle Nachrichten und düstere Prognosen prägen die Gegenwart und beschäftigen die große Schweizer Autorin Ilma Rakusa. In Tagebuchprosa, Gedichten, Monologen und Dialogen erkundet sie mehr als zweieinhalb Jahre lang – beginnend im Sommer 2022 – ihr Inneres im Spiegel des Außen. Sie blickt mit Schrecken und Erschütterung auf die Krisenherde der Welt, hadert, zweifelt und verzweifelt. Mit klarem Blick und scharfer Urteilskraft prangert sie wortstark Ungerechtigkeit und Despotismus an, appelliert an Menschlichkeit und Verstand, berichtet voller Empathie vom Alltag notleidender Menschen.
Ilma Rakusa schreibt luzide wie poetisch über die Gegenwart. Sie durchwandert aber auch voller Sanftmut, Wehmut und Wärme gedanklich Seit an Seit mit jahrelangen Weggefährten Zeit und Raum, erinnert an gemeinsame Gespräche und memoriert Texte. Die Vergänglichkeit wohnt in diesem Gedankenbuch wie auch die Lebendigkeit, das Lebhafte, das große Glück im Kleinen und vor allem die Liebe. Die Liebe zur Familie und zu Freunden, zur Literatur und Kunst.
Quelle: Droschl Verlag

Nichtmütter, Mythen und Marmor – Regina Dürigs erster Erzählband »Frauen und Steine« hält ein Dutzend funkelnder, überraschender Geschichten bereit und blickt immer kritisch auf die Probleme unserer Zeit – wütend, stark, witzig und irrsinnig schräg.
Die Frauenfiguren in den Erzählungen stellen alle auf ihre Art die Frage, wie man ankommen kann gegen die patriarchale Versteinerung der Welt. Mit umfangreicher Recherche schreibt Regina Dürig fiktionalisierte Lebensgeschichten über Alice Kober und Camille Claudel – und geht dem auf die Spur, was in den gängigen Biografien vergessen wird. Sie lässt einen Hufeisenkrebs und die Sagengestalt Melusine über das Aussterben in einem weirden Podcast philosophieren; eine Frau hält einen gesalzenen Monolog über Selbstbestimmung; und noch vieles mehr.
In »Frauen und Steine« clasht es auf allen Ebenen und der Fabulierlust sind keine Grenzen gesetzt. Regina Dürig vermag es, verspielte Lässigkeit mit poetischer Eleganz zu verbinden und so kluge, doppelbödige Erzählungen zu schaffen.
Quelle: Droschl Verlag

Mitwirkende am Schweizer Lesefest:

Regina Dürig (*1982 in Mannheim) schreibt Prosa, Texte für die Bühne, Hörspiele sowie Kinder- und Jugendbücher. Sie ist Dozentin für literarisches Schreiben und hat im Bereich Creative Writing promoviert. Geprägt von tiefer Sensibilität zeigen ihre Werke frische Perspektiven mit Witz und Poesie. Regina Dürig erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Literaturpreis Wartholz. Beim Ulmer Lyriksommer wird sie ihren neuen Erzählband »Frauen und Steine« vorstellen. Dieses Werk versammelt überraschende, kluge und sprachlich eigenwillige Geschichten, die sich mit den Lebenswirklichkeiten von Frauen in unterschiedlichen Kontexten auseinandersetzen. Regina Dürig erkundet mit scharfsinnigem Blick, wie Frauen gegen die patriarchale Versteinerung der Welt ankommen können – gegen gesellschaftliche Normen und Rollenbilder.
Foto links: Anja Fonseka

Ilma Rakusa (*1946 in der Slowakei) ist eine vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin. Sie schreibt Lyrik und Prosa, ihre Werke sind geprägt von ihrer tiefen Verbundenheit mit der europäischen Kultur. Ilma Rakusa wird beim Ulmer Lyriksommer u.a. Texte aus ihrem neuen Buch »Wo bleibt das Licht.«, Tagebuchprosa, sowie Gedichte vorstellen.
Foto links: Katalin Deer

Michael Stadler spielt seit seiner Kindheit Klavier. Er studierte Amerikanische Literaturgeschichte in München, danach Kulturjournalismus an der Bayerischen Theaterakademie. Es folgte ein Schauspielstudium an der Internationalen Theaterschule Jacques Lecoq in Paris. Zudem war er Stipendiat der Münchner Drehbuchwerkstatt. Heute arbeitet er als Theaterkritiker (Münchner Abendzeitung), Schauspieler, Drehbuchautor, Moderator und Pianist in und außerhalb Münchens.
Foto links: Daniel Pfeil
EINTRITT: 7 € (ermäßigt 5 €) Das Schweizer Lesefest wird von Dichter dran e.V. im Rahmen des Ulmer Lyriksommers 2026 organisiert. Er wird von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, der Baden-Württemberg-Stiftung im Rahmen des Literatursommers 2026 sowie von der Stadt Ulm gefördert. Die Veranstaltung findet am 19. Juni 2026 ab 19:30 Uhr im Kunstverein Ulm (Kramgasse 4, 89073 Ulm) statt.









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