Hilde-Domin-Abend
Donnerstag, 16. Mai 2024 | 19:30 Uhr
vh Ulm, Einsteinhaus, Club Orange
Kornhausplatz 5, 89073 Ulm
Freier Eintritt

Gestaltung:   Marion Tauschwitz
Moderation:  Christine Langer



Ein Abend zu Ehren der großen jüdischen Dichterin Hilde Domin mit Marion Tauschwitz & Christine Langer.

Ihr selbst gewählter Grabspruch „Wir setzten den Fuß in die Luft / und sie trug“ verbildlicht das Urvertrauen der deutsch-jüdischen Lyrikerin Hilde Domin in die eigene poetische Stimme – dieser Gedanke steht für ein Lebenskonzept in geistiger Freiheit. Die aufwühlende Lebensgeschichte Domins trug zur Anziehungskraft ihrer Lyrik bei. Doch die Dramatik von Leben und Werk offenbarte sich erst nach Hilde Domins Tod im Jahr 2006, nachdem Marion Tauschwitz zum 100. Geburtstag Hilde Domins deren dramatischen und packenden Lebensweg nachgezeichnet hatte.

Hilde-Domin-Biografin Marion Tauschwitz und Lyrikerin Christine Langer entführen an diesem Abend nicht nur in ein fesselndes Jahrhundertleben, sondern blättern dabei auch die Geschichte der Gedichte Domins auf. Mit im Programm: Ein KI-Experiment!

Hilde Domin von Ursula Stock
Hilde Domin von Ursula Stock (Quelle: Wikimedia Commons)

Hilde Domin von Ursula Stock, Mischtechnik, Höhe x Breite: 28 x 21 cm, 2006. Zwei vertikale Balken in der Bildoberfläche stehen für die beiden grundlegend verschiedenen Lebensabschnitte der Dichterin.

Hilde Domin, geboren am 27. Juli 1909 in Köln als Hilde Löwenstein und gestorben am 22. Februar 2006 in Heidelberg, war eine deutsche Autorin, Dichterin und Essayistin. Ihr Werk umfasst vor allem lyrische Texte, aber auch einige Erzählungen sowie einen Roman. Bekannt wurde die deutsch-jüdische Dichterin aber vor allem durch ihre Lyrik, ihre Exilerfahrung war prägend für ihr Werk. So hielt sich Hilde Domin über 20 Jahre in anderen Ländern auf, wie Frankreich, Spanien und Kanada sowie die Dominikanische Republik, die letzten Endes für den selbstgewählten Nachnamen Domins verantwortlich ist. Die Autorin erhielt für ihre Werke zahlreiche Ehrungen sowie Würdigungen und wurde unter anderem mit der Carl-Zuckmayer-Medaille, dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Marion Tauschwitz (Foto Gudrun-Holde Ortner)

Die 1953 geborene, in Heidelberg lebende Schriftstellerin  Marion Tauschwitz studierte Germanistik und Anglistik. Vor ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin arbeitete sie als Gymnasiallehrerin und Dozentin. Sie war engste Vertraute der bekannten Nachkriegslyrikerin Hilde Domin (1909-2006) und legte 2015 eine vielbeachtete Standardbiografie über diese Dichterin zu deren einhundertstem Geburtstag vor: »Hilde Domin. Dass ich sein kann, wie ich bin« (zu Klampen). Im selben Jahr wurde sie von der Internationalen Autorinnenvereinigung zur »Autorin des Jahres« gewählt. Bei zu Klampen veröffentlichte sie zudem »Selma Merbaum – Ich habe keine Zeit gehabt zuende zu schreiben« (2014) und als Wiederauflage »Hilde Domins Gedichte und ihre Geschichte« (2016). Es folgte »Das unverlierbare Leben« (2019).

Eintritt frei: Diese Veranstaltung wird gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Literatursommers 2024 und von der Kulturabteilung der Stadt Ulm. Sie wird von Dichter dran e.V. in Kooperation mit der vh Ulm organisiert.