Freitag, 19. Juni 2026 | 19:30 Uhr
Kunstverein Ulm | Schuhhaussaal
Kramgasse 4, 89073 Ulm

Eintritt (Abendkasse):
Normalpreis: 7 € | Ermäßigt: 5 €

Kartenreservierungen sind via E-Mail möglich:
projektleitung@ulmer-lyriksommer.de

Mitwirkende Autorinnen: 
  Regina Dürig

  Ilma Rakusa

Moderation: 
  Christine Langer


Dichter dran e.V. präsentiert in Kooperation mit dem Kunstverein Ulm

Schweizer Lesefest
Lesung und Gespräch mit Regina Dürig und Ilma Rakusa

Über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus richten wir den Blick auf eines unserer Nachbarländer, die Schweiz. Wir stellen zwei sprachmächtige Autorinnen der Schweizer Literaturszene — Regina Dürig und Ilma Rakusa — vor und laden ein, deren Wortwelten zu ergründen. Diese sind nicht nur spannend und faszinierend, sondern zeigen auch, welche Dimensionen das Instrument Sprache besitzt.

Durch Generationen getrennt sind die beiden Autorinnen durch ihre Leidenschaft für die Literatur fest verbunden. Die Züricherin Ilma Rakusa wird aus ihrem neuen Buch »Wo bleibt das Licht«, Tagebuchprosa (Droschl, 2025) lesen und neue Gedichte vorstellen. Regina Dürig aus Biel präsentiert ihren neuen Erzählband »Frauen und Steine« (Droschl, 2025).  Im Gespräch geht es um literarische Einflüsse, Schreibprozesse und die Sicht der beiden auf die Welt. Zwei Autorinnen – ein Dialog zwischen Erfahrung und Aufbruch, zwischen bewährter Meisterschaft und frischem Blick.

Freuen Sie sich mit Dichter dran e.V. auf ein weiteres hochkarätiges Lesefest mit zwei herausragenden Schweizer Stimmen.

»Wo bleibt das Licht« – eine passendere Frage könnte man in diesen Zeiten wohl kaum in den Raum werfen.

Dunkle Nachrichten und düstere Prognosen prägen die Gegenwart und beschäftigen die große Schweizer Autorin Ilma Rakusa. In Tagebuchprosa, Gedichten, Monologen und Dialogen erkundet sie mehr als zweieinhalb Jahre lang – beginnend im Sommer 2022 – ihr Inneres im Spiegel des Außen.

Sie blickt mit Schrecken und Erschütterung auf die Krisenherde der Welt, hadert, zweifelt und verzweifelt. Mit klarem Blick und scharfer Urteilskraft prangert sie wortstark Ungerechtigkeit und Despotismus an, appelliert an Menschlichkeit und Verstand, berichtet voller Empathie vom Alltag notleidender Menschen.

Ilma Rakusa schreibt ebenso luzide wie poetisch über die Gegenwart. Sie durchwandert aber auch voller Sanftmut, Wehmut und Wärme gedanklich Seit an Seit mit jahrelangen Weggefährten Zeit und Raum, erinnert gemeinsame Gespräche und memoriert Texte.

Die Vergänglichkeit wohnt in diesem Gedankenbuch wie auch die Lebendigkeit, das Lebhafte, das große Glück im Kleinen und vor allem die Liebe. Die Liebe zur Familie und zu Freunden, zur Literatur und Kunst. Das Persönliche und das Politische gehen in diesen Reflexionen, Gegenwartsbetrachtungen und Sprachperlen Hand in Hand.

Quelle: Droschl Verlag


Nichtmütter, Mythen und Marmor – Regina Dürigs erster Erzählband »Frauen und Steine« hält ein Dutzend funkelnder, überraschender Geschichten bereit und blickt immer kritisch auf die Probleme unserer Zeit – wütend, stark, witzig und irrsinnig schräg.

Die Frauenfiguren in den Erzählungen stellen alle auf ihre Art die Frage, wie man ankommen kann gegen die patriarchale Versteinerung der Welt. Mit umfangreicher Recherche schreibt Regina Dürig fiktionalisierte Lebensgeschichten über Alice Kober und Camille Claudel – und geht dem auf die Spur, was in den gängigen Biografien vergessen wird. Sie lässt einen Hufeisenkrebs und die Sagengestalt Melusine über das Aussterben in einem weirden Podcast philosophieren; eine Frau hält einen gesalzenen Monolog über Selbstbestimmung; und noch vieles mehr.

In »Frauen und Steine« clasht es auf allen Ebenen und der Fabulierlust sind keine Grenzen gesetzt. Regina Dürig vermag es, verspielte Lässigkeit mit poetischer Eleganz zu verbinden und so kluge, doppelbödige Erzählungen zu schaffen.

Quelle: Droschl Verlag



Zu den beiden Schweizer Autorinnen:
Regina Dürig (Foto Anja Fonseka)

Regina Dürig (*1982 in Mannheim) schreibt Prosa, Texte für die Bühne, Hörspiele sowie Kinder- und Jugendbücher. Sie ist Dozentin für literarisches Schreiben und hat im Bereich Creative Writing promoviert. Geprägt von tiefer Sensibilität zeigen ihre Werke frische Perspektiven mit Witz und Poesie. Regina Dürig erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Literaturpreis Wartholz. Beim Ulmer Lyriksommer wird sie ihren neuen Erzählband »Frauen und Steine« vorstellen. Dieses Werk versammelt überraschende, kluge und sprachlich eigenwillige Geschichten, die sich mit den Lebenswirklichkeiten von Frauen in unterschiedlichen Kontexten auseinandersetzen. Regina Dürig erkundet mit scharfsinnigem Blick, wie Frauen gegen die patriarchale Versteinerung der Welt ankommen können – gegen gesellschaftliche Normen und Rollenbilder.

Ilma Rakusa (Foto Katalin Deer)

Ilma Rakusa (*1946 in der Slowakei) ist eine vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin. Sie schreibt Lyrik und Prosa, ihre Werke sind geprägt von ihrer tiefen Verbundenheit mit der europäischen Kultur. Ilma Rakusa wird beim Ulmer Lyriksommer u.a. Texte aus ihrem neuen Buch »Wo bleibt das Licht.«, Tagebuchprosa, sowie Gedichte vorstellen.

Veranstaltungsort: Schuhhaussaal des Kunstvereins Ulm

Nach der Rilke-Performance mit KünstlerInnen des Schauspielhauses Stuttgart ist der Ulmer Lyriksommer 2026 zum 2. Mail zu Gast im historischen Schuhhaussaal des Kunstvereins Ulm. Der Kunstverein Ulm wurde 1887 von zehn Ulmer Bürgern gegründet. Vereinszweck war die „Pflege des Kunstsinns“ und die „Förderung der bildenden Künste“. Seit 1973 nutzt der Kunstverein den Renaissancesaal im ersten Stock des ehemaligen Zunfthauses der Schuhmacher, das 1537 gebaut wurde. Dort finden jährlich fünf bis sechs Ausstellungen statt. 

Es wird im Oktober noch zwei weitere Veranstaltungen des Lyriksommers 2026 im Schuhhaussaal geben: die Lyrik & Jazz – Performance Auf kleinen Planeten (8.10.) und die SWR Bestenliste live! (27.10.)

Schuhhaussaal des Kunstvereins Ulm (Foto Dichter dran e.V,)

Mit Eintritt (s.o.) – Diese Veranstaltung wird gefördert durch die Baden-Württemberg-Stiftung im Rahmen des Literatursommers, der Stadt Ulm und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Sie wird von Dichter dran e.V. in Kooperation mit dem Kunstverein Ulm organisiert.